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Kulturempfang

Kulturempfang der Sozialdemokratie 2016

300 Gäste aus Kultur, Kunst und Politik wurden am 26.8.2016 vom Vorsitzenden des Kulturforums, Thorsten Schäfer-Gümbel begrüßt. "Berlin und die Welt - ein Motto für den Abend, das zuerst sehr einfach klingt. Doch ich bin sicher, wir werden die Vielfalt der Stadt und ihrer Menschen heute Abend erleben. Ich danke Olafur Eliasson für seine Einladung in diese einmaligen Räume. Orte wie diese stehen für Experimente, Kunst und Innovation. Sie sind Orte der künstlerischen und intellektuellen Debatte - soziale Fragen werden hier verhandelt. Sie sind es auch, die den Charakter von Berlins Kultur ausmachen und bestimmen damit die Strahlkraft der Stadt - auch international."

Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, stellte an dem Abend seine kulturpolitischen Leitlinien für Berlin vor. Er betonte den immensen Stellenwert der Kultur für die Stadt. Gerade die Vielfalt der Kultur zeichne Berlin aus. "Die Opern sind genauso wichtig wie die Freie Szene für die Stadt", betonte Müller. Diese Bedeutung drücke sich auch in der Wichtigkeit eines eigenständigen Kultur-Ressorts sowie in einem gestiegenen Kultur-Haushalt aus. Besonders die Bedeutung künstlerischer Räume in einer wachsenden Stadt ist zentral für eine starke Kulturpolitik. In Berlin sitzt die Kultur mit am Tisch, wenn über Verkauf und Nutzung von Liegenschaften politisch gestritten und entschieden wird. Ein Beispiel ist das Dragoner-Arenal in Kreuzberg, das von Finanzminister Schäuble verkauft werden sollte. Die Berliner Landesregierung hat diesen Verkauf über den Bundesrat gestoppt. "Es geht um die Entwicklung der Stadt. Wohnen und Kultur in der Stadt muss möglich sein", sagte der Regierende Bürgermeister. Das Gemeinwohl hat hier den klaren Vorrang vor einseitigen finanziellen Interessen. Dies komme besonders der Kultur zu Gute.

Im anschließenden Talk der italienischen Künstlerin Monica Bonvicini und dem Gastgeber Olafur Eliasson mit dem Staatssekretär für kulturelle Angelegenheiten Berlins, Tim Renner, stand die Rolle Berlins für internationale Künstlerinnen und Künstler im Vordergrund. Beide leben und arbeiten seit vielen Jahren in Berlin. Auf die Frage von Tim Renner, ob Monica Bonvicini sich noch einmal für Berlin entscheiden würde als Standort, antwortete diese jedoch mit einem Lächeln: "Vielleicht Nein. Ich bin damals hier her gekommen, weil ich dorthin wollte, wo niemand hinwollte." Heute sei Berlin Anziehungspunkt für viele Kulturschaffende. Viele sehen Berlin als Jobbörse. Das Gespräch zeigte, dass auch Berlin sich nicht auf den Erfolgen ausruhen könne, sondern weiterhin eine starke Kulturpolitik betreiben müsse, um weiterhin attraktiv zu bleiben für Kulturschaffende.

Emotionaler Höhepunkt des Abends war der Auftritt von Fetsum, der für sein Projekt Peace x Peace warb. Als bekannter Sänger, der selbst eine Fluchtgeschichte aufweist, rief er zu Solidarität und Zusammenhalt auf. Das zeigte sich dann auch beim gemeinsamen Singen des Tracey Chapman Klassikers "Talkin´ bout a Revolution" - das Publikum sang gemeinsam mit. Ein Moment des Zusammenhalts der Berliner Kulturszene, egal ob Oper oder Freie Szene.