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13. Filmabend zur Berlinale

Mustang

Ganz Berlin ist im Berlinale-Fieber. Auch in der Parteizentrale der SPD standen die Zeichen am Montagabend auf Kino. Zum 13. Mal lud die SPD zur exklusiven Vorpremiere eines Films. "Mustang" - nominiert für einen Oscar - nahm die Gäste mit in das Leben von fünf Schwestern an der türkischen Schwarzmeerküste. Das kleine Dorf, in dem sie leben, hat Augen und Ohren. Irgendjemand sieht immer, was die fünf jungen Frauen tun, die bei ihrer Großmutter aufwachsen. Und irgendjemand findet ihr Verhalten immer falsch.

Die türkisch-französische Regisseurin Deniz Gamze Ergüven erzählt in "Mustang" vom Erwachsenwerden in einer patriarchalen Gesellschaft. Ein harmloses Herumtollen mit einer Gruppe gleichaltriger Jungs wird den fünf Heldinnen zum Verhängnis. Ihr Onkel verwandelt das Haus in ein Gefängnis, in dem sie zu Haus- und Ehefrauen gedrillt werden. Doch ihre Gegenwehr ist stark. Ergüven zeigt keine Opfer, sondern Kämpferinnen. Helle Bilder und fünf beeindruckende Hauptdarstellerinnen - nur eine hatte vor dem Film Schauspielerfahrung - erzählen vom Widerstand.

Freiheit ist nicht verhandelbar

So viel sei verraten: Alle fünf Schwestern entkommen dem Zugriff des Onkels. Wohin ihre Wege sie führen, lässt der Film offen. Doch immerhin sind sie - zumindest bei vier der fünf jungen Frauen - selbst gewählt. Dazu zählt auch der Freitod einer der Schwestern. "Die Freiheit jedes einzelnen Menschen ist nicht verhandelbar", sagte SPD-Schatzmeister Dietmar Nietan. Das zeige der Film. Er zeige auch, dass man Menschen ihre Freiheit zwar einfach, aber nicht auf Dauer nehmen könne.

Beeindruckt von dem Film war auch die Autorin Güner Balci. "Mustang" führe in die Lebenswelt von Menschen, die ihre Freiheit nicht bei der Geburt geschenkt bekämen, sondern täglich darum kämpfen. Das gehe uns alle an, sagte Balci.

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