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Kulturforumstreffen

Treffen der regionalen Kulturforen vom 30.6. bis 2.7.2017 in Kassel

Draußen vor dem Fenster lockte eines der Highlights der documenta 14 – der Parthenon der Bücher der argentinischen Künstlerin Marta Minujin, während Dr. Rainer Hanemann, der Vorsitzende des Kulturforums Kassel e.V. und Thorsten Schäfer-Gümbel als Vorsitzender des Kulturforums der Sozialdemokratie die rund 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Treffens sowie Vertreter und Vertreterinnen der Kasseler Kultur begrüßten. Der Eröffnungsabend stand ganz im Zeichen des gegenseitigen Austausches und ungezwungenen Kennenlernens. Thorsten Schäfer-Gümbel verabschiedete in diesem Rahmen das langjährige Vorstandsmitglied Manfred Geis und bedankte sich für sein intensives Engagement. Auch dankte er Siegmund Ehrmann, MdB für seinen enormen, unermüdlichen Einsatz für Kunst und Kultur, nicht nur als Mitglied des Vorstands, sondern auch als Vorsitzender des Ausschusses für Kultur und Medien des Deutschen Bundestages; letzteren wird er nach der Bundestagswahl im Herbst verlassen.

Am zweiten Tag stand vormittags ein ausgiebiger documenta-Rundgang auf dem Programm. Ausgangspunkt bildete eine gemeinsame Führung, bevor anschließend die Möglichkeit bestand, sich selbstständig an den verschiedenen Orten der Stadt wie den Glas-Pavillons, Olu Oguibes Obelisk auf dem Königsplatz oder den Ausstellungsorten in der Nordstadt ein Bild von den aktuellen künstlerischen Positionen zu machen.

Der Nachmittag stand ganz im Zeichen des inhaltlichen Austausches der Mitglieder der regionalen Kulturforen untereinander. Thorsten Schäfer-Gümbel gab in seiner Eingangsrede zunächst einen Überblick über die Arbeit des bundesweiten Kulturforums im vergangenen Jahr mit den Schwerpunkten Kulturelle Bildung und Digitalisierung. Er stellte außerdem den umfassenden Entstehungsprozess und die zentralen Inhalte der Kulturpolitischen Leitlinien des Kulturforums vor. Als Ausblick für die kommende Zeit wünschte sich der Vorsitzende des Kulturforums eine engere Kooperation zwischen der Bundesebene und den regionalen Kulturforen, gerade im Bereich der Ressourcenbindung und Organisation. Neben der Auswahl von zwei Schwerpunktthemen pro Jahr sollte es mehr regionale Termine geben, mit dem Ziel, die inhaltliche Arbeit des Kulturforums in die lokalen Räume hinein zu verbreitern. Siegmund Ehrmann gab ergänzend Einblicke in die Arbeit der AG Kultur und Medien der SPD-Bundestagsfraktion in der zu Ende gehenden Legislaturperiode, mit den Themen Stasi-Unterlagenbehörde, Filmförderung, Baukulturtradition und Änderung des Urhebergesetzes. Babette Winter, Vorstandsmitglied und Staatssekretärin für Kultur und Europa in Thüringen, berichtete anschließend aus der Länderperspektive. In Thüringen spielte – neben Aspekten wie dem Erhalt schriftlichen Kulturgutes und der Deutschen Digitalen Bibliothek – insbesondere eine neue Museumsstrategie eine Rolle, die auf das veränderte Rezeptionsverhalten der Museumsbesucherinnen und -besucher reagiert. In der folgenden offenen Runde berichteten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ihren jeweiligen Kulturforen und tauschten sich über Themen wie die Frage nach der Notwendigkeit eines Bundeskulturministeriums, die Auswirkungen der Digitalisierung, den fehlenden Nachwuchs und die Mitgliederpflege aus. Als gemeinsame Ziele wurden häufigere Treffen der regionalen Kulturforen untereinander, bessere Einbringung der Mandatsträger der SPD vor Ort in den jeweiligen Kulturforen, die klare Aussprache für die Verankerung von Kultur als Staatsziel und eine bessere Nachwuchsförderung identifiziert. Das Kulturforum der Sozialdemokratie versteht sich dabei als Ort für gesellschaftliche Grundfragen, an dem sich gerade auch junge Menschen mit einbringen und an dem mutig kritische Punkte angegangen werden.

Nach einer exklusiven Führung durch das Stadtmuseum mit Museumsdirektor Dr. Kai Füldner gab es zum Abschluss des Tages eine öffentliche Podiumsdiskussion. Unter der Moderation von Siegmund Ehrmann diskutierten documenta-Geschäftsführerin Annette Kulenkampff, die Kulturdezernentin der Stadt Frankfurt am Main, Ina Hartwig, sowie Barbara Ettinger-Brinckmann, Präsidentin der Bundesarchitektenkammer, über das Thema „Kulturelle Stadtentwicklung“.

Den Schlusspunkt dieser gleichermaßen von fruchtbarem Diskurs und praktischem Kunsterlebnis geprägten Tage bildete ein architektonischer Stadtspaziergang mit Prof. Dr. Christian Kopetzki am Sonntagvormittag.

Treffen der regionalen Kulturforen vom 26.-28.8.2016 in Berlin

Die Kulturmetropole Berlin ist Anziehungspunkt für viele Künstlerinnen und Künstler weltweit. Diese Attraktivität durch eine starke Kulturpolitik zu gestalten, war der thematische Schwerpunkt des Treffens der regionalen Kulturforen vom 24. bis 26. August 2016. 50 Mitglieder aus ganz Deutschland nutzten die Möglichkeit zum gegenseitigen Vernetzen und um neue Eindrücke in Berlin zu erhalten. Zu Beginn begrüßten Thorsten Schäfer-Gümbel als Vorsitzender des Kulturforums der Sozialdemokratie und Joachim Günther als Berliner Vorsitzender alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Treffens als Gäste beim diesjährigen Kulturempfang. Im Studio von Olafur Eliasson debattierten und feierten 300 Gäste aus Kunst und Politik unter dem Motto "Berlin und die Welt".

Die Vernetzung sowie programmatische Arbeit stand vor allem am Samstag im Vordergrund des Treffens. Thorsten Schäfer-Gümbel sprach in seiner kulturpolitischen Rede über die zukünftigen Herausforderungen für die Gesellschaft, aber auch die Kultur. Dem ansteigenden Populismus und Nationalismus müssen wir entschiedener entgegentreten. Europa sei außerdem durch den Brexit und die Ängste, die von den Rechten gegenüber dem Islam geschürt würden, verunsichert. Die Kulturforen sind hier in der Rolle, Debatten anzustoßen und Menschen mitzunehmen, die der Sozialdemokratie nahe stehen. Das Kulturforum werde außerdem die Fragen der Digitalisierung, der sozialen Sicherung von Künstlerinnen und Künstlern sowie die kulturelle Bildung als Schwerpunkte für die nächsten Jahre bearbeiten. Thorsten Schäfer-Gümbel betonte auch eine stärkere Vernetzung der Bundesebene mit den regionalen Kulturforen. Er lud alle dazu ein, Positionspapiere des Vorstands aktiv zu kommentieren und eigene Veranstaltung zu den Themen auszurichten. Nur gemeinsam könne man eine stärkere Politisierung der Foren erreichen.

Die Programmarbeit erfolgte im Anschluss in World Cafés. Fünf Arbeitsgruppen zu den Themen "Soziale Sicherung von Kreativen", "Kulturelle Bildung", "Kultur im ländlichen Raum", "Stadtraumkultur" und "Europaische Kulturpolitik" beschäftigten sich mit den Herausforderungen der Zeit und möglichen Lösungsvorschlägen. Spannende Ideen wie ein Europäisches Kulturforum oder ein Ausbau der kulturpolitischen Bildungsangebote für Mandatsträgerinnen und -träger wurden angeregt. Der Samstag wurde abgerundet mit einer Bustour durch die Freie Szene und die Projekträume in Berlin. Hier wurden den Teilnehmenden die Vielfalt und Kreativität der Stadt gezeigt.

Ein weiteres Highlight war die Besichtigung der Baustelle des Humboldt-Forums in Berlin am Sonntag bei strahlendem Sonnenschein. Das alte Stadtschloss wird derzeit auf der Museumsinsel neu erbaut. Wolfgang Thierse und Johannes Wien, Vorstandssprecher der Stiftung Humboldt-Forum im Berliner Schloss erläuterten den Gästen die Geschichte des Ortes sowie die architektonischen Überlegungen des Neubaus. Ab 2019 wird das Humboldt-Forum ein wichtiger kultureller Ort der Stadt sein und damit die Attraktivität Berlins weiter steigern.