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Birgit Güll,
30.05.2019

Kulturempfang 2019

Elf Tage vor der Europawahl stand der diesjährige Kulturempfang der Sozialdemokratie unter dem Motto: „Es müsste Liebe sein: Wir und Europa“. Katarina Barley, die Spitzenkandidatin der SPD für die Europawahl, diskutierte mit dem deutsch-französischen Schauspieler Christian Berkel und der Autorin und Kolumnistin Jagoda Marinic über europäische Vielfalt, das Lebensgefühl Europa und die Bedrohung der Gemeinschaft von rechts.

Eröffnet wurde der Abend mit dem Kurzfilm „Ein Teil der Welt“ von Alex Schaad. Er ist Teil des „The Love Europe Projects“: Zehn junge Regisseurinnen und Regisseure erklären in Kurzfilmen ihre Liebe zu Europa. Nicht unkritisch, Missstände werden nicht unter den Teppich gekehrt. Der Film berühre und erreiche uns ganz anders, als etwa Zeitungsartikel das könnten, sagte Thorsten Schäfer-Gümbel. Der Vorsitzende des Kulturforums der Sozialdemokratie sprach als Gastgeber des Abends im Anschluss an den Film über die emotionalen Debatten zur EU-Urheberrechtsreform und über die bevorstehende richtungsweisende Europawahl.

Katarina Barley erklärte, dass sie auf ihrer Wahlkampftour ein wachsendes Bewusstsein für Europa erlebe. Die Menschen wüssten: „Europa macht sich nicht von alleine. Und wenn wir nicht runterkommen vom Sofa, kann uns das auch um die Ohren fliegen“, so Barley. Christian Berkel besorgt das „mehrheitliche demokratische Schweigen“. Er betonte: „Das Erschreckende ist nicht nur das Erstarkten der rechten Ränder, sondern auch die Nicht-Reaktion, der Nicht-Diskurs.“

Jagoda Marinic plädierte dafür, die wunden Punkte Europas genau zu betrachten, die Scheuklappen abzulegen und den Mensch in den Mittelpunkt zu stellen. Sie sprach über das Nord-Süd-Gefälle, den Mindestlohn, der in Südeuropa bei 2-3 Euro pro Stunde liege. Menschen erleben, dass sie im Monat verdienten, was andere für zwei Hotelübernachtungen bezahlten. Die Menschen müssten andere Erfahrungen machen, um sich für Europa zu begeistern.

So wurde über wunde Punkte, über Gefahren und Hoffnungen für Europa gesprochen. Einige war man sich, dass das Friedensprojekt Europa eine der größten Errungenschaften ist, die verteidigt und gelebt werden muss.