arrow-leftarrow-rightclosecontrastdownloadeasy-languagefacebookinstagrammailmenueMinusPlusprintsearchsoundtarget-blanktwitteryoutube
Inhaltsbereich
Thorsten Schäfer-Gümbel,
12.04.2018

Keine zusätzliche Würdigung für Songs, die Gewalt verherrlichen oder unsere Erinnerungskultur in den Dreck ziehen

Es ist ECHO-Zeit in Berlin und der renommierte Musikpreis wandert heute in die Hände der erfolgreichsten Musikerinnen und Musiker des letzten Jahres. Die Künstlerinnen und Künstler, die mit ihren Songs reflektieren, bewegen und auch kritisieren, haben die Würdigung ihrer erfolgreichen Arbeit mehrheitlich verdient.

Ob es in all den Jahren immer noch größtenteils nach Verkaufszahlen gehen muss und die Fachjury nur geringen Einfluss nehmen kann, sollte weiter diskutiert werden. Auch im Hinblick auf die Antisemitismus-Debatte zu den Nominierten Farid Bang und Kollegah tut uns eine selbstbewusste konstruktive Auseinandersetzung mit künstlerischer Freiheit, Vielfalt und der Abbildung hochwertiger Songs - die es vielleicht nicht in die TOP 10 geschafft haben - gut. Nicht alles was verkauft wird, aber Gewalt gegen Frauen als normal darstellt oder unsere eigene Erinnerungskultur in den Dreck zieht, ist durch zusätzliche Aufmerksamkeit zu fördern und manche musikalische Arbeit ohne kommerziellen Erfolg verdient größeren Respekt.